Sonntag, 13. Juli 2014

Hochzeitskissen: Die Hochzeitssaison ist noch in vollem Gange...

denn obwohl dieses Jahr schon einige verschenkt wurden, liegen wieder drei Kissen auf meinem Tisch.

Ich zeig heute eins, welches vor einer Weile die Reise über den großen Teich angetreten hat und inzwischen auch am Zielort gelandet ist. Bloß gut ist uns in der Ideenfindungsphase eingefallen, dass man dort das Datum ja etwas anders schreibt...

Die Hochzeit zwischen einer US-Bürgerin und einem Iraner ist für das amerikanische Staatssystem wohl nicht so einfach. Es gab zahlreiche Schwierigkeiten, die die Beiden meistern mussten, ehe sie sich das Ja-Wort geben konnten. Aber am Ende ist es wie im Märchen: Die Liebe siegt!

"Love prevails!"



Eigentlich ist es eher ein bordeaux-rot, gar nicht so lila...

Na jedenfalls- kam mir ein ganz bekannter Vers, passend zur Hintergrundgeschichte und zum Anlass in den Sinn. Er ist schon fast 2000 Jahre alt- und trotzdem noch so aktuell:

Die Liebe ist geduldig und freundlich. 
Sie ist nicht neidisch oder überheblich, stolz oder anstößig.
Die Liebe ist nicht selbstsüchtig. Sie lässt sich nicht reizen,
und wenn man ihr Böses tut, trägt sie es nicht nach.
Sie freut sich niemals über Ungerechtigkeit,
sondern freut sich immer an der Wahrheit.

Die Liebe erträgt alles,
verliert nie den Glauben,
bewahrt stets die Hoffnung 
und bleibt bestehen, was auch geschieht.

(1.Korinther 13, 4-7)

Dienstag, 8. Juli 2014

Anleitung bzw. "Ich mach das so..."- Taschentuchbox-Hülle

Pünktlich zum Creadienstag ist endlich eine Anleitung für Taschentuchboxhüllen fertig geworden, die ich gern für mich archivieren und für Interessierte zum Nachnähen veröffentlichen möchte.
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Ich bin ja leider jemand, dem es schwer fällt, sehr korrekt und genau zu arbeiten. In der Küche wie beim Nähen. Der Vorteil ist, man kann viel improvisieren und sich austoben- der Nachteil: manchmal muss es eben genau passen, sonst passt es nicht.

Wenn es darauf ankommt, bin ich für Tricks und Tipps dankbar, die dies erleichtern.

Ein Projekt mit kleinen Tricks möchte ich heute vorstellen- es gibt sicherlich zig Anleitungen dafür, aber ich möchte gern meine zeigen und auch für mich archivieren.
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Eine Hülle für eine Taschentuchbox war gewünscht. Damit- unabhängig vom gekauften Design- immer was Hübsches herumsteht.



Beim Surfen im Netz bin ich auf diese Anleitung gestoßen, die eben genaues Arbeiten erfordert und bei mir zu keinem hübschen Ergebnis führte. Außerdem wendbar, das war für meine Zwecke unnötig. Ich habe mir dann selbst Gedanken gemacht und das ist dabei herausgekommen:

Zutaten
- ein hübscher Stoff, ca. 30cm x 40cm
- Vlieseline zum Verstärken, ca. 30cm x 40cm (ich habe mir mal bei Dawanda festes Klebevlies besorgt, welches wohl auch in der Industrie verwendet wird. Es besteht aus einem weißen, gewebten Baumwollstoff (hat was von Tischdecke) und ist auf der anderen Seite beschichtet)
- Gummiband, Breite egal, Länge ca. 26cm
- wahlweise Dekokram wie Knöpfe, Häkelblümchen o.ä.

- Bügeleisen, Kugelschreiber, Bleistift, Papier, evtl. Heißklebepistole- Nähmaschine und Garn versteht sich von selbst ;)
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1. Schritt- Schnitt erstellen
Zuerst einmal genau maßnehmen (das schaffe ich gerade noch...) und ein Schnittmuster der Hülle erstellen. Je nach Drogerie gibt es die unterschiedlichsten Boxen, um den Schnitt kommt man also leider nicht herum. Ich war im Drogeriemarkt mit den zwei kleinen Buchstaben im Logo einkaufen, falls ihr auch dort unterwegs seid, könnt ihr diese Maße nutzen:


Die Box wird genau vermessen und dann auf ein Blatt Papier übertragen. Ich habe die Länge der Seiten etwas vergrößert, weil mein Prototyp genau einen halben Zentimeter zu kurz war... Für den Umriss des Lochs einfach den Verschluss der Box abziehen, aufs Papier legen (vorher Position ausmessen!) und nachzeichnen.

2. Schritt- Übertragen
Der Papierschnitt dient als Schablone und wird ohne Nahtzugabe direkt auf die Vlieseline auf die Seite ohne Bügelbeschichtung übertragen. Ich nehme dafür gern einen weichen Bleistift.


Die Aussparung in der Mitte wird AUF DIE BÜGELSEITE der Vlieseline übertragen. Am Besten geht das mit einem Kugelschreiber...

Vlieseline ausschneiden und mit der Klebeseite NACH OBEN auf die VORDERSEITE (rechts) des Stoffes mit Stecknadeln feststecken. Dabei auf eine kleine Saumzugabe an den Rändern achten (muss nicht unbedingt genau sein- juhuu).
Stoff noch NICHT zuschneiden!


3. Aussparung
Jetzt wird die Aussparung in der Mitte genäht- ich habe bewusst ca.0,5mm neben meiner Linie innerhalb des Ovals genäht, damit später bei der fertigen Hülle nichts von der eigentlichen Box zu sehen ist. Oval mit ca. 0,5cm Nahtzugabe ausschneiden. Die Nahtzugabe rundherum einschneiden, damit sie sich beim Wenden schön um die Kante legt,



4. Wenden und Bügeln
Durch das Loch in der Mitte alles wenden. Die Klebeseite der Vlieseline kommt so auf die Stoffrückseite (links).




 Stoff an der Lochkante schön glatt ziehen, Falz nachfahren (z.B. mit dem Fingernagel), damit sich die Nahtzugabe um die Kante legt. Straff und glatt ziehen.


Zuerst die Kante um das Loch bügeln, darauf achten, dass der Stoff keine Falten wirft. Dann den Rest schön festbügeln.

Jetzt den Stoff mit einer Saumzugabe zuschneiden (auch hier ist ganz genaues Arbeiten nicht nötig).


Die Saumzugabe an den Rändern umschlagen und durch Anbügeln fixieren.

4. Nähen


 Die Eingeschlagene Saumzugabe feststeppen. Wer an seiner Box Zierbänder an den Seiten möchte, kann diese jetzt aufnähen. Dabei darauf achten, dass sie im immer gleichen Abstand zum Rand auf allen Seiten aufgenäht werden (ich habe mich für braune Zackenlitze entschieden- Foto von diesem Schritt fehlt). Wenn man, wie ich, nur an zwei gegenüberliegenden Seiten ein Zierband aufnäht, muss dabei nicht so genau auf den selben Abstand geachtet werden (wieder juhuu).
Anschließend werden die Seitennähte genäht:


Dafür jeweils zwei nebeneinander liegende Seiten links auf links aufeinander legen und zusammennähen. Man kann sich dabei super an der Vlieseline orientieren- wo sie aufhört, wird genäht.


5. Befestigung anbringen
Damit die Hülle nicht von der Box rutscht, sorgen zwei Gummibänder für Halt.


Zuerst an den langen Seiten ausgehend von der Seitennaht links und recht 3cm abmessen. Knapp über der Saumnaht eine Markierung setzen.

Das Gummiband zur Hand nehmen, zwei Stücke, die ca.1cm länger als die Boxbreite sind, zuschneiden.
Auf den Papierschnitt legen und die genaue Breite der Box mit dem Bleistift auf den Gummibändern markieren.


Das Gummiband jetzt auf der Saumnaht an der Markierung festnähen.


So ist von außen keine zusätzliche Naht zu sehen.


 Wenden und Box einschieben (ist etwas fummelig, weil die Hülle eng sitzt, sieht dafür aber perfekt aus.


 Wer mag, kann jetzt noch Dekokram anbringen. Bei mir sinds Knöpfe, eine Häkelblume und ein paar gefaltete Stoffreste geworden.


Fertig und Freuen! 

Bitte genähte Hüllen nach dieser Anleitung auf meinen Blog verlinken- danke!

Donnerstag, 3. Juli 2014

Neulich beim Zahnarzt...

Manchmal... ergeben sich ja aus den seltsamsten Situationen die witzigsten Geschichten...

Als ich da vor einiger Zeit mit sperrangelweit geöffnetem Mund auf dem Zahnarztstuhl saß, fing meine Zahnärztin mit mir ein Gespräch über meine Näherei an. Sie MUSSTE sich letztens eine ganz hässliche Tasche kaufen, weil es nix anderes gab. Und das ich das doch bestimmt viel besser hinbekommen würde. Kurzerhand meinte sie, ich soll ihr doch einfach mal eine nähen. Ich darf mich mal richtig kreativ austoben, Farb- und Gestaltungswünsche habe sie nicht.

Na toll. So ganz ohne Rahmenbedingungen fand ich das echt schwer, für jemanden zu nähen, dessen Geschmack man gar nicht kennt...

Kurzerhand nähte ich zwei Exemplare- einmal in Dunkelpink mit Gelb (angelehnt an die Berufskleidung, die sie selbst ausgewählt hat und mag)- abgesetzt mit einem gelben Patchworkstreifen und ein bisschen Schnuck.




Und einmal was Maritimes, weil das ja immer geht... Ich hab mal eine Wäscheklammer daneben gelegt, die beiden Taschen sind riesig und gehen gut als Shoppertaschen zum Einkaufen.


Jedenfalls- hat sie sich bei der Übergabe sofort in die Ankertasche verliebt. Und nach kurzem Zögern nahm sie die zweite auch gleich noch als Geschenk für jemanden mit.

Hach toll, wenn es so läuft- man kann sich wild austoben und wird auch noch dafür belohnt :D