Dienstag, 8. Juli 2014

Anleitung bzw. "Ich mach das so..."- Taschentuchbox-Hülle

Pünktlich zum Creadienstag ist endlich eine Anleitung für Taschentuchboxhüllen fertig geworden, die ich gern für mich archivieren und für Interessierte zum Nachnähen veröffentlichen möchte.
---------------------------------------
Ich bin ja leider jemand, dem es schwer fällt, sehr korrekt und genau zu arbeiten. In der Küche wie beim Nähen. Der Vorteil ist, man kann viel improvisieren und sich austoben- der Nachteil: manchmal muss es eben genau passen, sonst passt es nicht.

Wenn es darauf ankommt, bin ich für Tricks und Tipps dankbar, die dies erleichtern.

Ein Projekt mit kleinen Tricks möchte ich heute vorstellen- es gibt sicherlich zig Anleitungen dafür, aber ich möchte gern meine zeigen und auch für mich archivieren.
----------------------------------------
Eine Hülle für eine Taschentuchbox war gewünscht. Damit- unabhängig vom gekauften Design- immer was Hübsches herumsteht.



Beim Surfen im Netz bin ich auf diese Anleitung gestoßen, die eben genaues Arbeiten erfordert und bei mir zu keinem hübschen Ergebnis führte. Außerdem wendbar, das war für meine Zwecke unnötig. Ich habe mir dann selbst Gedanken gemacht und das ist dabei herausgekommen:

Zutaten
- ein hübscher Stoff, ca. 30cm x 40cm
- Vlieseline zum Verstärken, ca. 30cm x 40cm (ich habe mir mal bei Dawanda festes Klebevlies besorgt, welches wohl auch in der Industrie verwendet wird. Es besteht aus einem weißen, gewebten Baumwollstoff (hat was von Tischdecke) und ist auf der anderen Seite beschichtet)
- Gummiband, Breite egal, Länge ca. 26cm
- wahlweise Dekokram wie Knöpfe, Häkelblümchen o.ä.

- Bügeleisen, Kugelschreiber, Bleistift, Papier, evtl. Heißklebepistole- Nähmaschine und Garn versteht sich von selbst ;)
--------------------------------

1. Schritt- Schnitt erstellen
Zuerst einmal genau maßnehmen (das schaffe ich gerade noch...) und ein Schnittmuster der Hülle erstellen. Je nach Drogerie gibt es die unterschiedlichsten Boxen, um den Schnitt kommt man also leider nicht herum. Ich war im Drogeriemarkt mit den zwei kleinen Buchstaben im Logo einkaufen, falls ihr auch dort unterwegs seid, könnt ihr diese Maße nutzen:


Die Box wird genau vermessen und dann auf ein Blatt Papier übertragen. Ich habe die Länge der Seiten etwas vergrößert, weil mein Prototyp genau einen halben Zentimeter zu kurz war... Für den Umriss des Lochs einfach den Verschluss der Box abziehen, aufs Papier legen (vorher Position ausmessen!) und nachzeichnen.

2. Schritt- Übertragen
Der Papierschnitt dient als Schablone und wird ohne Nahtzugabe direkt auf die Vlieseline auf die Seite ohne Bügelbeschichtung übertragen. Ich nehme dafür gern einen weichen Bleistift.


Die Aussparung in der Mitte wird AUF DIE BÜGELSEITE der Vlieseline übertragen. Am Besten geht das mit einem Kugelschreiber...

Vlieseline ausschneiden und mit der Klebeseite NACH OBEN auf die VORDERSEITE (rechts) des Stoffes mit Stecknadeln feststecken. Dabei auf eine kleine Saumzugabe an den Rändern achten (muss nicht unbedingt genau sein- juhuu).
Stoff noch NICHT zuschneiden!


3. Aussparung
Jetzt wird die Aussparung in der Mitte genäht- ich habe bewusst ca.0,5mm neben meiner Linie innerhalb des Ovals genäht, damit später bei der fertigen Hülle nichts von der eigentlichen Box zu sehen ist. Oval mit ca. 0,5cm Nahtzugabe ausschneiden. Die Nahtzugabe rundherum einschneiden, damit sie sich beim Wenden schön um die Kante legt,



4. Wenden und Bügeln
Durch das Loch in der Mitte alles wenden. Die Klebeseite der Vlieseline kommt so auf die Stoffrückseite (links).




 Stoff an der Lochkante schön glatt ziehen, Falz nachfahren (z.B. mit dem Fingernagel), damit sich die Nahtzugabe um die Kante legt. Straff und glatt ziehen.


Zuerst die Kante um das Loch bügeln, darauf achten, dass der Stoff keine Falten wirft. Dann den Rest schön festbügeln.

Jetzt den Stoff mit einer Saumzugabe zuschneiden (auch hier ist ganz genaues Arbeiten nicht nötig).


Die Saumzugabe an den Rändern umschlagen und durch Anbügeln fixieren.

4. Nähen


 Die Eingeschlagene Saumzugabe feststeppen. Wer an seiner Box Zierbänder an den Seiten möchte, kann diese jetzt aufnähen. Dabei darauf achten, dass sie im immer gleichen Abstand zum Rand auf allen Seiten aufgenäht werden (ich habe mich für braune Zackenlitze entschieden- Foto von diesem Schritt fehlt). Wenn man, wie ich, nur an zwei gegenüberliegenden Seiten ein Zierband aufnäht, muss dabei nicht so genau auf den selben Abstand geachtet werden (wieder juhuu).
Anschließend werden die Seitennähte genäht:


Dafür jeweils zwei nebeneinander liegende Seiten links auf links aufeinander legen und zusammennähen. Man kann sich dabei super an der Vlieseline orientieren- wo sie aufhört, wird genäht.


5. Befestigung anbringen
Damit die Hülle nicht von der Box rutscht, sorgen zwei Gummibänder für Halt.


Zuerst an den langen Seiten ausgehend von der Seitennaht links und recht 3cm abmessen. Knapp über der Saumnaht eine Markierung setzen.

Das Gummiband zur Hand nehmen, zwei Stücke, die ca.1cm länger als die Boxbreite sind, zuschneiden.
Auf den Papierschnitt legen und die genaue Breite der Box mit dem Bleistift auf den Gummibändern markieren.


Das Gummiband jetzt auf der Saumnaht an der Markierung festnähen.


So ist von außen keine zusätzliche Naht zu sehen.


 Wenden und Box einschieben (ist etwas fummelig, weil die Hülle eng sitzt, sieht dafür aber perfekt aus.


 Wer mag, kann jetzt noch Dekokram anbringen. Bei mir sinds Knöpfe, eine Häkelblume und ein paar gefaltete Stoffreste geworden.


Fertig und Freuen! 

Bitte genähte Hüllen nach dieser Anleitung auf meinen Blog verlinken- danke!

Kommentare:

  1. Joi, toll. Werd ich doch glatt mal nachnähen. Nur solches Vlies hab´sch nicht, muß ich also erst ordern.
    Danke.
    LG Silvi

    AntwortenLöschen
  2. Seeehr schön! Danke! Das probier ich auch mal. Mir gefällt das Design der Boxen auch nicht immer. Und als alter Perfektionist steh ich drauf, wenn die Taschentücher jeweils zum Zimmer passen. :-D

    LG Doro

    AntwortenLöschen
  3. Ein kleiner Tipp: Wer kein Vlies hat, kann auch Haushaltstücher nehmen. Also das, was wir gemeinhin in der Küche als Aufwaschlappen nutzen. Es lässt sich nur nicht aufbügeln. Funktion aber ansonsten wie Vlies.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die sind etwas dicker und nicht so standfest wie die verwendete Schabrackeneinlage. Aber sicher geht das natürlich auch.

      Löschen
    2. Die sind etwas dicker und nicht so standfest wie die verwendete Schabrackeneinlage. Aber sicher geht das natürlich auch.

      Löschen
  4. Schauen echt super aus! Ich bin leider auch überhaupt keine Genaue und schon gar nicht beim Nähen - kannst du einschätzen, wie lange alles zusammen dauert, damit ich besser einschätzen kann, ob ich mich so lange zusammen reissen kann ;-) - danke!

    AntwortenLöschen